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Internet Board Control (IBC) -
Relaisbox für den Remote-Betrieb im Amateurfunk
„Wir ehren das Alte und schätzen das Neue.“ – selten passt dieser Satz so gut wie in die Welt des Amateurfunks.
Während klassische Betriebsarten wie CW oder SSB seit über 100 Jahren gepflegt werden, halten gleichzeitig digitale Verfahren, Satellitenfunk und Remote-Stationen immer stärker Einzug in unser Hobby. Genau diese Verbindung aus Tradition und Innovation macht für viele Funkamateure den besonderen Reiz aus.
Ein Thema, das mich in den letzten Wochen intensiver beschäftigt hat, ist der Remote-Betrieb meiner Funkanlage. Die Idee: Die Station im Feriendomizil bequem von der Wohnung aus steuern – flexibel, effizient und natürlich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Dabei stellt sich jedoch eine ganz praktische Frage:
Wie lassen sich die Geräte zuverlässig ein- und ausschalten, ohne sie dauerhaft am Stromnetz zu betreiben?
Die Antwort darauf ist mein aktuelles Projekt: eine selbst entwickelte Relaisbox.

Projektziel
Ziel war es, eine kompakte, kostengünstige und gleichzeitig leistungsfähige Lösung zu entwickeln, die den Anforderungen einer modernen Funkstation gerecht wird.
Hardware
- 8 Schaltausgänge
- Relais ausgelegt für bis zu 240 V AC sowie hohe Ströme im DC-Bereich
- Integriertes ESP32-Modul mit WLAN
- Zusätzliche USB-C Schnitstelle für Firmware Update und Debugging
- Betriebsspannung flexibel zwischen 7 und 28 Volt
Software

- WLAN-Konfiguration über eigenen Access Point
- Unterstützung für DHCP und statische IP-Adressen
- Zeitsynchronisation via NTP
- Individuelle Benennung der Relais
- Zeit- und Wochenpläne für automatisches Schalten
- Speicherung der Zustände bei Stromausfall
- Protokollierung aller Schaltvorgänge
- Toggeln zwischen Betrieb und Standby Betrieb
- Soft-Watchdog
Umsetzung
Die Hardwarebasis bildet ein kostengünstiges Relaisboard mit integriertem ESP32-Controller. Die mitgelieferte Software erwies sich als wenig brauchbar, sodass eine eigene Lösung in C++ entwickelt wurde. Dank der Unterstützung durch die Arduino-IDE und frei verfügbare Libraries konnte die WLAN-Anbindung sowie die Steuerlogik effizient umgesetzt werden.
Auch wirtschaftlich ist das Projekt interessant: Die komplette Relaisbox konnte zu sehr geringen Kosten realisiert werden und bietet dennoch einen hohen Funktionsumfang.
Anwendungsbereiche
Neben dem Einsatz im Amateurfunk ergeben sich zahlreiche weitere Möglichkeiten, beispielsweise:
- Steuerung von Remote-Stationen
- Automatisierung im Shack
- Gartenbewässerung
- Allgemeine Hausautomation, etc. ....
Fazit

Die Relaisbox zeigt eindrucksvoll, wie sich mit moderner Technik und etwas Experimentierfreude praxisnahe Lösungen für den Amateurfunk realisieren lassen. Sie verbindet klassische Funktechnik mit zeitgemäßer Steuerung und eröffnet neue Möglichkeiten im Remote-Betrieb.
Altes bewahren. Neues gestalten.
GNU

Mein persönlicher Einstieg in das Computerzeitalter wurde bereits 1979 mit dem Erwerb eines NBZ-80 Nancomputer von SGS Ates gelegt. Natürlich war es kein Computersystem wie es heute de facto jeder auf seinem Schreibtisch stehen hat oder vielleicht in Form eines Smart Phones mit sich herum trägt. Nein es war ein simples Computerboard im doppelten Eurokarten Format mit einer hexadezimalen Eingabetastatur und einer acht stelligen 7-Segment Anzeige. Die notwendige Stromversorgung mit den erforderlichen Spannungen wurde selbst gebaut. Abgesehen von einem "ROM" Bootloader für die In und Output Routinen gab es keinerlei Programme dazu. Programme mussten noch alle von Hand assembliert werden und über die hexadezimale Eingabe Tastatur mühevoll in das System eingetippt werden. Um die so selbstgeschriebenen Programm nach einer Stromabschaltung nicht erneut wieder eintippen zu müssen, gab es die Möglichkeit die Programme via Tape Interface auf eine Tonbandcassette zu speichern. Wie man vielleicht erahnen kann, eine sehr mühselige Arbeit. Ebenso war anfänglich auch die verfügbare Literatur noch sehr spärlich und Internet wo vielleicht was "googeln" werden hätte können oder auch Computerkurse beim WIFI gab es natürlich auch nicht. Man stürzte sich also auf die verfügbaren Datenblätter und Befehlsreferenzen der Firma Zilog, dessen CPU und perifären Bausteine im Nanocomputer verbaut wurden. Dennoch war es für mich absolut faszinierend schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt - als die meisten Leute noch nicht genau wussten wie das Wort Computer geschrieben wird, ganz zu schweigen wie ein Computer funktioniert, in diese Technik einzusteigen und auch Erfahrungen sammeln, zu können. Wie wir alle wissen ist die Computertechnik eine Technik die sich sehr rasant weiterentwickelt und so hat es auch nicht lange gedauert bis ich mein erstes echtes Profisystem ein CP/M 80 System unter Anleitung und fachlicher Unterstütung meines Freundes Jonny zusammen bauen konnte. Mehr dazu gibt es in einem späteren Blog. Abschließend möchte ich noch eine kleine Zusammenfassung über die Möglichkeiten zu dem vorhin genannten NBZ-80 Lernsystem mit euch teilen.