Der Kiwi, der die Welt hört –
eine kleine Geschichte über den KiwiSDR2

Der KiwiSDR2 ist weit mehr als nur ein moderner Kurzwellenempfänger. Er verbindet klassische Funktechnik mit SDR, Netzwerk, GPS und Internet und ermöglicht es, Empfangsbedingungen an nahezu jedem Ort der Welt unmittelbar selbst zu erleben. Eine kleine Geschichte über einen Empfänger, der die Kurzwelle auf eine ganz neue Art zugänglich macht.

QO-100 – Der erste geostationäre Amateurfunksatellit

Amateurfunksatelliten gibt es bereits seit den frühen 1960er-Jahren. Doch über Jahrzehnte hatten sie eines gemeinsam: Sie bewegten sich auf Umlaufbahnen um die Erde und waren von einem bestimmten Standort aus immer nur für begrenzte Zeit erreichbar. Mit Qatar-OSCAR 100, kurz QO-100, änderte sich das grundlegend. Erstmals steht Funkamateuren ein Transponder in einer geostationären Umlaufbahn zur Verfügung – rund um die Uhr und ohne auf den nächsten Satellitenüberflug warten zu müssen.

Historisches Rundfunkstudio aus den 1920er Jahren.

Vom Detektorempfänger zum Internetstream – brauchen wir den klassischen Rundfunk noch?

Mehr als 100 Jahre Rundfunktechnik, das Ende des Kurzwellensenders Moosbrunn und die Frage, wie krisenfest unsere moderne Informationsversorgung wirklich ist.

 Kaum eine technische Entwicklung hat unsere Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert so stark geprägt wie der Rundfunk. Was mit knisternden Signalen, Detektorempfängern und Kopfhörern begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zum wichtigsten elektronischen Massenmedium der Welt.

Heute sieht die Situation völlig anders aus. Nachrichten hören wir über das Smartphone, Musik kommt über Spotify oder Internetradio, Fernsehinhalte über Streamingdienste und selbst klassische Radioprogramme werden zunehmend über das Internet konsumiert. Satelliten und Mobilfunknetze erreichen nahezu jeden Winkel Europas.

Brauchen wir da überhaupt noch klassische Rundfunksender?

 Diese Frage erscheint zunächst durchaus berechtigt. Doch spätestens wenn wir über größere Stromausfälle, Naturkatastrophen, kriegerische Konflikte, Cyberangriffe oder staatliche Internetzensur nachdenken, bekommt sie eine völlig andere Dimension.

Vielleicht sollten wir daher nicht nur fragen, ob eine alte Technik im täglichen Betrieb noch wirtschaftlich ist. Wir sollten auch fragen, welchen Wert eine Kommunikationsinfrastruktur besitzt, die weitgehend unabhängig von Internet, Mobilfunk und kommerziellen Netzen funktioniert.

Antenne richtig abstimmen mit dem VNA

Eine Antenne zu bauen ist das eine – sie richtig abzustimmen ist der entscheidende Schritt. Mit einem Vector Network Analyzer (VNA) kannst du genau sehen, ob deine Antenne optimal arbeitet.

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine Antenne sauber abstimmst.


Ziel der Abstimmung

Das Ziel ist einfach:

  • Möglichst wenig Reflexion (niedriges S11)
  • Möglichst nahe an 50 Ohm
  • Optimale Anpassung bei der gewünschten Frequenz

👉 Typisch: S11 besser als -10 dB ist bereits gut.


Schritt 1: VNA kalibrieren

Ohne Kalibrierung sind alle folgenden Schritte wertlos.

  • Open
  • Short
  • Load (50 Ohm)

👉 Kalibriere immer direkt am Ende des Kabels!


Schritt 2: Antenne anschließen

Schließe die Antenne an und achte auf:

  • feste Verbindungen
  • keine Bewegung während der Messung
  • realistische Umgebung (kein in der Luft halten)

Schritt 3: S11-Kurve analysieren

Der VNA zeigt dir eine Kurve mit einem Minimum.

  • Dieses Minimum = Resonanzfrequenz
  • Dort ist die Antenne am besten angepasst

👉 Jetzt kommt die eigentliche Arbeit.


Schritt 4: Liegt die Frequenz richtig?

Vergleiche die gemessene Resonanz mit deiner Ziel-Frequenz:

  • Resonanz zu niedrig → Antenne ist zu lang
  • Resonanz zu hoch → Antenne ist zu kurz

👉 Das ist die wichtigste Regel beim Abstimmen.


Schritt 5: Antenne anpassen

Jetzt wird praktisch gearbeitet:

  • Zu lang → vorsichtig kürzen
  • Zu kurz → verlängern (falls möglich)

⚠️ Immer in kleinen Schritten arbeiten!

  • 1–2 mm können bereits viel verändern

Schritt 6: Messen – anpassen – wiederholen

Das Abstimmen ist ein iterativer Prozess:

  • messen
  • anpassen
  • wieder messen

👉 Ziel: Minimum genau auf die gewünschte Frequenz bringen.


Schritt 7: Feinabstimmung mit Smith-Chart

Wenn du noch mehr herausholen willst:

  • Smith-Chart aktivieren
  • Position des Punktes beobachten

Beispiele:

  • oberhalb → induktiv → ggf. verkürzen
  • unterhalb → kapazitiv → ggf. verlängern

Häufige Fehler

  • keine Kalibrierung
  • Antenne wird während der Messung berührt
  • Messung in unrealistischer Umgebung
  • zu große Änderungen auf einmal

👉 Gerade die Umgebung hat großen Einfluss!


Profi-Tipps

  • Immer in Einbausituation messen
  • Kabel möglichst kurz halten
  • Mehrere Messungen vergleichen
  • Marker im VNA nutzen

Fazit

Mit einem VNA lässt sich eine Antenne schnell und präzise abstimmen.

Das Grundprinzip ist einfach:

  • Resonanz finden
  • physikalisch anpassen
  • wieder messen

Wer diesen Prozess beherrscht, bekommt deutlich bessere Ergebnisse als mit reinem Ausprobieren.

GNU

Smith-Chart lesen in 5 Minuten

Das Smith-Chart wirkt kompliziert – ist es aber nicht. Mit ein paar einfachen Regeln kannst du es in wenigen Minuten verstehen und direkt praktisch nutzen.

In diesem Artikel lernst du, wie du ein Smith-Chart schnell liest – ohne komplizierte Mathematik.


Schritt 1: Die Mitte verstehen

Der wichtigste Punkt im Smith-Chart ist die Mitte.

  • Mitte = 50 Ohm
  • Perfekte Anpassung
  • Keine Reflexion

👉 Merksatz: Wenn der Punkt in der Mitte liegt, ist alles perfekt.


Schritt 2: Abstand zur Mitte

Jetzt kommt der wichtigste Blick:

  • nah an der Mitte → gute Anpassung
  • weit weg → schlechte Anpassung

👉 Das entspricht direkt dem, was du von SWR oder S11 kennst.


Schritt 3: Oben oder unten?

Die vertikale Position zeigt dir die Art der Fehlanpassung:

  • oberhalb der Mitte → induktiv (Spule)
  • unterhalb der Mitte → kapazitiv (Kondensator)

👉 Das ist extrem hilfreich beim Abstimmen.


Schritt 4: Links oder rechts?

Die horizontale Position zeigt den Widerstand:

  • links → kleiner als 50 Ohm
  • rechts → größer als 50 Ohm

👉 Damit weißt du sofort, ob dein System zu niederohmig oder hochohmig ist.


Schritt 5: Bewegung über Frequenz

Wenn du mit dem VNA einen Frequenz-Sweep machst, bewegt sich der Punkt im Smith-Chart.

  • Die Kurve zeigt das Verhalten über Frequenz
  • Der Punkt, der der Mitte am nächsten ist → beste Anpassung

👉 Das ist deine Resonanzfrequenz.


Mini-Praxisbeispiel

Du misst eine Antenne und siehst:

  • Punkt rechts oben → zu hoher Widerstand + induktiv
  • Punkt links unten → zu niedriger Widerstand + kapazitiv

👉 Damit weißt du sofort, in welche Richtung du nachbessern musst.


Die 4 wichtigsten Regeln (Kurzfassung)

  • Mitte = perfekt (50 Ohm)
  • Abstand = Qualität der Anpassung
  • oben = induktiv / unten = kapazitiv
  • links = niederohmig / rechts = hochohmig

Typischer Anfängerfehler

Viele versuchen sofort, jede Linie im Smith-Chart zu verstehen.

Das brauchst du am Anfang nicht.

👉 Wenn du die 4 Regeln oben beherrschst, kannst du schon 80% aller Messungen interpretieren.


Fazit

Ein Smith-Chart zu lesen ist keine Raketenwissenschaft. Mit ein paar einfachen Blickregeln kannst du sofort erkennen:

  • wie gut deine Antenne angepasst ist
  • in welche Richtung der Fehler geht
  • wo die beste Frequenz liegt

Und genau das macht das Smith-Chart so mächtig in der Praxis.

GNU

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