AS 5 Messsender von Grundig

Grundig Abgleichsender AS5Hallo Leute, heute möchte ich meinen Rundfunk-Messsender von Grundig, den AS5, vorstellen. Auch wenn ein Messsender für die Reparatur von Rundfunkgeräten in der Praxis eher selten notwendig war – rund 90 % aller Fehler ließen sich bereits mit einem handelsüblichen Multimeter finden und beheben – gehörte in früheren Jahrzehnten ein Messsender in jede ernstzunehmende Radio- und Fernsehwerkstatt. Eingesetzt wurde er immer dann, wenn ein Kunde gemeint hatte, durch „Röhrenabklopfen“ oder das „Festziehen loser Schrauben“ sein Radio wieder zum Leben erwecken zu können. In solchen Fällen wurden dabei oft die ZF- oder HF-Filter verstimmt. Mit Hilfe eines Messsenders war es den Radio- und Fernsehtechnikern möglich, die selektiven Verstärkerstufen wieder präzise abzugleichen und so die volle Empfangsleistung sicherzustellen.

Ich habe meinen Grundig AS 5 Anfang der 2000er Jahre aus zweiter Hand sehr günstig erworben. Der Kauf hatte weniger mit dem Wunsch zu tun, ins Reparaturgeschäft einzusteigen, sondern vielmehr mit dem Interesse, altehrwürdige Radiogeräte originalgetreu zu restaurieren und abzugleichen. So konnte ich sicherstellen, dass diese Geräte auch heute noch ihre optimale Empfangsperformance erreichen.

🔧 Technische Details zum Grundig AS 5

  • Frequenzbereich: ca. 100 kHz bis gut 120 MHz, damit sowohl Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle  als auch Ultrakurzwelle abgedeckt werden.
  • Ausgangssignal: Wählbare HF-Signale mit einstellbarer Ausgangsspannung, geeignet zum Einspeisen in Antennen- oder ZF-Stufen.
  • Modulation: Umschaltbar zwischen AM (Amplitude Modulation) und FM (Frequenzmodulation), teilweise auch mit internem 400 Hz/1 kHz-Tongenerator.
  • Abgleichmöglichkeiten: Besonders nützlich zum Justieren der ZF-Stufen bei 455 kHz (AM) und 10,7 MHz (FM).
  • Bedienung: Klassisch mit Abstimmknopf, digitale Frequenzanzeige (Frequenzzähler max. 200MHz) und Schaltern für Modulationsart, Ausgangspegel und Frequenzbereich.
  • Bauzeit: 1977 bis etwa 1988, als Grundig nicht nur Empfänger, sondern auch hochwertige Werkstatttechnik produzierte.

Damit war der AS5 ein universelles Werkzeug, das in Werkstätten für den Rundfunk- und Fernsehservice jahrzehntelang im Einsatz war.

GNU

Anmerkung: Für die in diesem Beitrag angeführten Markennamen, Firmennamen und Warenzeichen gilt: Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Inhabern.

Mein Voltcraft Digital Multimeter M-4650B –
ein treuer Begleiter seit über drei Jahrzehnten

M-4650BAls mein erstes Digitalmultimeter, das Gould DMM9, nach nur wenigen Jahre infolge eines defekten Displays nicht mehr einsatzfähig war, stand ich plötzlich vor der Frage nach einem Ersatz. Klar war: Ein neues Messgerät musste her, das im Alltag zuverlässig funktioniert und die wichtigsten Funktionen meines alten Gould abdeckt. Gleichzeitig wollte ich diesmal aber keinen größeren Geldbetrag mehr investieren – schließlich war die Messgerätewelt Ende der 80er/Anfang der 90er im Umbruch, und „Low-Cost“-Multimeter wurden zunehmend interessanter.

Nach einiger Recherche entschied ich mich für das Voltcraft M-4650B, das damals rund 300 DM kostete. Dasselbe Modell wurde übrigens auch unter dem Namen Metex vertrieben. Voltcraft ist die hauseigene Marke von Conrad Electronic, die schon damals für preisgünstige, aber technisch solide Geräte stand.

Technische Ausstattung des M-4650B

Das M-4650B ist ein 4½-stelliges Digitalmultimeter mit einer Auflösung von bis zu 20.000 Counts, was für die damalige Zeit in dieser Preisklasse beachtlich war. Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • Gleich- und Wechselspannung bis 1000/750 V
  • Gleich- und Wechselstrom bis 20 A
  • Widerstandsmessung bis 20 MΩ
  • Kapazitätsmessung (nützlich z. B. für Kondensatoren in Netzteilen oder Frequenzweichen)
  • Frequenzmessung im kHz-Bereich
  • Dioden- und Transistortest (inklusive hFE-Messbuchse für Transistorverstärkungsfaktor)
  • Akustischer Durchgangsprüfer
  • Hold-Funktion zum Einfrieren von Messwerten

Langzeiterfahrung

Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch: Würde ein vergleichsweise günstiges Multimeter wirklich meinen Ansprüchen an Genauigkeit und Langlebigkeit genügen? Schließlich war das Gould ein typischer Messgerätehersteller und auch erheblich teurer in der Anschaffung. Doch meine Zweifel waren unbegründet – und das hat sich über die Jahre mehr als bestätigt.

Heute, fast 35 Jahre später, ist das M-4650B nicht nur voll funktionstüchtig, sondern auch mein absolutes Lieblingsmultimeter. Es ist mit Abstand das am häufigsten eingesetzte Gerät in meinem Shack und hat sich im täglichen Betrieb als zuverlässig, präzise und robust erwiesen.

Besonders bemerkenswert finde ich die Langlebigkeit: Trotz seines „Low-Cost“-Images läuft das Gerät noch immer tadellos. Für mich ist es ein Beweis dafür, dass auch Messgeräte aus diesem Preissegment eine beeindruckende Qualität besitzen können – vorausgesetzt, man greift zum richtigen Modell.

Fazit

Das Voltcraft M-4650B ist ein Stück Messgerätengeschichte: bezahlbar, robust und mit einem Funktionsumfang, der auch heute für viele Bastler, Funkamateure und Techniker noch völlig ausreichend wäre. Für mich ist es ein schönes Beispiel dafür, dass nicht immer die teuerste Lösung die beste ist. Manchmal sind es die unscheinbaren Geräte, die einen am längsten begleiten und einen festen Platz im Alltag erobern.

GNU

Anmerkung: Für die in diesem Beitrag angeführten Markennamen, Firmennamen und Warenzeichen gilt: Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Inhabern.

Planung und Messung von Antennenanlagen - 
worauf es ankommt

Fachwissen und Erfahrung sind unverzichtbar

Wer ernsthaft Antennenanlagen planen, aufbauen und servicieren möchte, braucht mehr als nur Begeisterung für Funktechnik. Eine solide Ausbildung im Bereich Nachrichtentechnik ist eine wichtige Grundlage – aber ohne mehrere Jahre praktischer Erfahrung in der Hochfrequenztechnik wird es schwierig.

Qualität zahlt sich aus

ANRITSU Vector Network AnalyzerBei Antennenanlagen entscheidet die Qualität der Komponenten. Billige Steckverbinder, minderwertige Koaxialkabel oder eine schlampige Montage führen schnell zu Leistungsverlusten oder sogar zum Totalausfall. Das bedeutet nicht nur Frust, sondern auch teure Folgekosten.

Messgeräte – Pflicht und Kür

Ohne passende Messmittel geht gar nichts. Zu den Basics gehören:

  • Multimeter – für die alltäglichen Standardmessungen
  • HF-Leistungsmesser – mit der Möglichkeit, Vor- und Rücklaufleistung zu messen (VSWR)
  • Vektor-Netzwerkanalysatoren (VNA) – heutzutage ein unverzichtbares Werkzeug

Vorsicht bei Billiggeräten

VNA mit Smith - DiagrammNatürlich lockt der „chinesische Onlinehandel des Vertrauens“ mit unzähligen VNAs und Gadgets für kleines Geld. Für den Basteltisch mag das reichen, doch in der Praxis liefern diese Geräte oft nur Schätzwerte – besonders bei höheren Frequenzen. Außerdem reagieren sie empfindlich auf Temperaturschwankungen, sodass fast vor jeder Messung neu kalibriert werden muss. Für den professionellen Einsatz sind sie daher höchstens eingeschränkt zu gebrauchen.

Profi-Lösungen und Gebrauchtkauf

Wer zuverlässige Messergebnisse will, kommt um Marken wie ANRITSU oder Rohde & Schwarz kaum herum. Der ANRITSU Site Master ist ein Klassiker, allerdings preislich nicht ohne. Beim Gebrauchtkauf, etwa über eBay, ist Vorsicht angesagt: Vor allem private Verkäufer schließen Garantie und Rückgabe aus – das Risiko liegt also vollständig beim Käufer.

Meine Ausrüstung im Shack

SVNA In meinem Shack stehen zwei SVNA (Simple Vector Network Analyzer):

  • Einer für den Kurz- bis Ultrakurzwellenbereich (VHF)
  • Ein zweiter, der zumindest theoretisch den Frequenzbereich von 50 kHz bis 3 GHz abdeckt

Beide können Messergebnisse direkt in einem Smith-Diagramm darstellen – ideal, um schnell eine erste Einschätzung zu bekommen. Für Abnahmemessungen von Antennen und Antennenleitungen, die dokumentiert und später als Referenz genutzt werden sollen, setze ich bevorzugt auf das S331B von ANRITSU. Für mich ist das das perfekte Werkzeug.

GNU

Anmerkung: Für die in diesem Beitrag angeführten Markennamen, Firmennamen und Warenzeichen gilt: Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Inhabern.

Tektronix - Eine Klasse für sich

Egal ob im Hightech-Labor, im Bastelkeller oder im Funk-Shack – neben dem Multimeter gehört das Oszilloskop zu den am häufigsten eingesetzten Messmitteln. Auch wenn man in der Praxis selten gleichzeitig mit mehreren Geräten arbeitet, finden sich in vielen Werkstätten gleich mehrere Oszilloskope. Der Grund liegt meist darin, dass die Anforderungen an Messgeräte im Laufe der Zeit steigen und man sich irgendwann ein leistungsfähigeres Modell zulegt.

In diesem Beitrag möchte ich zwei meiner Oszilloskope vorstellen: das Tektronix 2465B und das Tektronix TDS2024C. Beide stammen von Tektronix, einem US-amerikanischen Hersteller, der für besonders hochwertige Messgeräte bekannt ist – mit Preisen, die oft nur für Profis oder große Labors erschwinglich sind. Für Bastler oder Funkamateure bleibt meist nur der Gebrauchtmarkt. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Vor allem bei CRT-basierten Analogoszilloskopen ist die Bildröhre nach jahrzehntelangem Einsatz häufig verschlissen. Seriöse Händler bieten geprüfte Geräte mit Garantie und Rückgabemöglichkeit an, bei Privatkäufen etwa auf eBay fehlt diese Sicherheit oft.

Tektronix 2465B – ein Klassiker der Analogtechnik

Tektronix Oscilloscope 2465B

Das Tektronix 2465B zählt zu den letzten großen analogen Oszilloskopen. Es verfügt über vier Kanäle mit jeweils 400 MHz Bandbreite und einer Anstiegszeit von 0,9 ns. Die zu digitalen Geräten equivalente maximale Abtastrate liegt bei 2 GS/s (interleaved), was für ein Analoggerät bemerkenswert ist. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören:

    • eine zweite Zeitbasis für Detailanalysen,
    • vielfältige Trigger-Möglichkeiten (z. B. Flanke, Video, Pulsbreite),
    • automatische Messfunktionen und ein Bildschirm-Readout, das Parameter direkt ins CRT-Display einblendet,
    • eine IEEE-488 (GPIB) Schnittstelle zur Fernsteuerung und Datenübertragung.

Das 2465B wurde Ende der 1980er-Jahre auf den Markt gebracht und kostete damals etwa 7.000 € (inflationsbereinigt heute ein Vielfaches). Trotz seines Alters ist es mit seinen Leistungsdaten bis heute ein attraktives Gerät – sowohl für Profis als auch für ambitionierte Funkamateure.

Tektronix TDS2024C – kompakter Digital-Allrounder

Tektronix Oscilloscope TDS2024CDas zweite Gerät, mein TDS2024C, stammt aus der TDS2000 -Serie und ist ein digitales Speicheroszilloskop. Es kam Anfang der 2000er-Jahre auf den Markt und kostete damals rund 3.500 €.

Wichtige Leistungsdaten:

    • 4 Kanäle,
    • 200 MHz Bandbreite,
    • 2 GS/s Abtastrate (1 GS/s pro Kanal),
    • eine Aufzeichnungslänge von 2,5 k Punkten pro Kanal,
    • automatische Messfunktionen (bis zu 24),
    • Schnittstellen wie USB für PC-Anbindung und Datenspeicherung, optional GPIB über den TEK-USB-488 Adapter.

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber den alten Analoggeräten ist die Möglichkeit, Oszillogramme zu speichern, zu dokumentieren und am PC weiterzuverarbeiten. Damit eignet sich das TDS2024C sowohl für die klassische Laborarbeit als auch für Ausbildungsumgebungen oder den ambitionierten Hobbyeinsatz.

Fazit

Ob klassisches Analogoszilloskop oder modernes Digitalgerät – beide Geräte haben ihren Reiz. Das 2465B ist ein Stück Messtechnik-Geschichte und überzeugt durch seine enorme Bandbreite und klassische Haptik. Das TDS2024C hingegen bringt die Vorteile der Digitaltechnik mit – Speicherfunktionen, kompakte Bauweise und einfache PC-Anbindung.

Der Oszilloskop-Markt entwickelt sich stetig weiter: Hersteller wie Tektronix, Rohde & Schwarz oder Keysight bieten weiterhin High-End-Geräte zu hohen Preisen an. Gleichzeitig sorgen Firmen wie Rigol, Siglent, UNI-T oder auch Hameg (inzwischen Teil von Rohde & Schwarz) dafür, dass es inzwischen auch leistungsfähige und preislich attraktive Alternativen für Bastler und Funkamateure gibt.

Am Ende bleibt: Ein gutes Oszilloskop gehört einfach in jede Werkstatt – egal ob analog oder digital.

GNU

Anmerkung: Für die in diesem Beitrag angeführten Markennamen, Firmennamen und Warenzeichen gilt: Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Inhabern.

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